| Die Zwillingswindmühlen Neu Vorwerk stellen ein einzigartiges technisches
Denkmal dar.
Kleiner
Auszug aus der Geschichte
- Vorweg: Um Neu Vorwerk
sind mehrere Mühlenstandorte nachweisbar. So befand
sich in Richtung Dalwitz die Wendtfelder Wassermühle. In
Richtung Poggelow stand auf dem alten Mühlenberg eine Windmühle.
Auch die umliegenden Ortschaften wie Dalwitz, Walkendorf,
Boddin, Schwastorf und Jördenstorf besaßen Mühlen.
Beginn:
Der Erdholländer
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- 1847 Errichtung der
Windmühle
durch die Familie von Ortzen auf Gut Alt Vorwerk. Der Bau erfolgte im Zuge der Neugestaltung des Gutes.
Ausschlaggebend für diesen Standort sprachen neben den hervorragenden
windtechnischen Verhältnissen vor allen Dingen ästhetische Gründe.
Schließlich wollte man wie im preußischen Sanssouci vom Schloßfenster aus eine Windmühle sehen. Und so wurde der
kleine Erdholländer vom alten Mühlberg an der Straße nach Poggelow abgebaut
und an den jetzigen Standort umgesetzt. Gleichzeitig legte man die neue Straße an. Mit der Fertigstellung
des Schlosses Alt Vorwerk (Gutshaus) 1856 war das Ensemble komplett. Von da an
konnte man vom Schloß eine Windmühle arbeiten sehen.
- Als
Gutswindmühle arbeitete sie für Gut. In Zeitpacht vergeben erhielt
der Pächter neben dem Mühlengehöft in Neu Vorwerk auch den umliegenden
Acker zur Bewirtschaftung.
Die Mühle wurde dabei
ständig modernisiert. Ursprünglich nur mit Steert und Segelflügel ausgestattet,
erhielt sie dann eine automatisch arbeitende Windrose und leicht zu bedienende
Jalousieflügel.
- Mit
der Bodenreform 1946 wurde das Gut Alt Vorwerk enteignet und
aufgesiedelt. Müllermeister Bünger wird Eigentümer der Mühle. Mühle
und Siedlung erhält Stromanschluß übrigens eine der letzten in
Deutschland. Die Mühle arbeitete weiter mit Wind, denn nur zeitweise war Strom
vorhanden.
- Nach
Kriegsende waren die Dörfer mit Flüchtlingen überfüllt. Überall
herrschte Hunger und Not. Da die Großmühlen ausgefallen waren,
stellten einzig die Kleinmühlen auf dem Land die Versorgung
sicher. Selbst kleinste Mengen Korn wurden zur Mühle in Neu
Vorwerk gebracht.
Sie
sicherte das Überleben der Bevölkerung.
Lange Warteschlangen.
- Aber
an der Kleinen Mühlen kündigten sich größere Reparaturen an. Was
tun? Der Müller sah die Lösung direkt vor sich. In Sichtweite
in Walkendorf hat sich der dortige Müller gerade eine neue Mühle
gebaut. Also ging er auf die Suche.
Galerieholländer
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- 1949 kam es zum Neubau des großen Galerieholländers. Er
stellt damit wohl den letzten Windmühlenneubau für die gewerbliche Müllerei
in Deutschland dar.
- Mit Beharrlichkeit und Improvisationsvermögen gelang der Bau.
Er erscheint in den
Nachkriegswirren des 2.Weltkrieges - in einer Zeit von Mangel an Essen,
Baumaterialien und Fachkräften, in einer Zeit von Massenverelendung und sowjetischer Besatzungsmacht
noch immer unglaublich. Das modernste im historischen Mühlenbau wie u.a. eiserne
Flügelwelle, Königswelle und Transmissionen waren hier integriert. Die Mühle
lief nun fast vollautomatisch. Freudig wurde die Große Mühle
begrüßt.
- Weitere Gebäude
entstanden, die Müllerfamilie zog aufs Grundstück. Die kleine
Mühle außer Dienst gestellt, diente nunmehr als Viehstall, später
in Verbund mit der Großen als Getreidespeicher.
- 1960 erfolgte die Instandsetzung der Flügelanlage. Trotz des
ständig verfügbaren elektrischen Stromes wollte Müller
Bünger auf den kostenlosen Wind nicht verzichten.
- 1961 aber
die Enteignung im Zuge der DDR-weit stattfindende
Zwangsverstaatlichung. Mühlen nun „Volkseigentum“.
- Sie
produzierten nunmehr Mischfutter für die hiesigen LPG. 1967 schließlich
der Umbau zu einer primitiven
Mischfuttermühle mit Zerstörung der Flügelanlage, Antrieb mit E - Motor.
Ein riesiges asbestverkleidete Getreidesilo entstand.
- Dann
kam die "Wende", die Wiedervereinigung von old Germany,
das Aus fast aller
noch produzierenden Kleinmühlen.
1991 gingen auch in Neu Vorwerk die Lichter aus. Bisher nur völlig unzureichend
unterhalten, unterblieb jetzt jegliche Pflege. Diebstahl und Vandalismus
setzten der Anlage schwer zu, ungebremster Verfall.
>>>>Die Zwillingswindmühlen Neu Vorwerk
drohten für immer verloren zu gehen.
Der
Neuanfang
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- Staunend
lernte ich die Mühlen in Betrieb kennen, damals noch mit Moped
unterwegs. Zwei Windmühlen nebeneinander!!! Mit Erschrecken
mußte ich den wachsenden Verfall dieser einmaligen Anlage ansehen.
- Nach
schweren Zerstörungen begann 1995 begann mein Engagement zum Erhalt der
Zwillingsmühlenanlage vor Ort. Obwohl die Eigentumslage unklar war sicherte
ich mit großem Aufwand die Anlage, die zerstörten Fenster und Türen wurden verschlossen, Löcher im Dach
und Verkleidung verschlossen, Tore und Zaunanlage wieder aufgebaut, erstes Infoschild
für Interessierte. Klärung der Besitzverhältnisse, Verhandlung,
und
- Seit 1997 befindet sich die Zwillingswindmühlen wieder im
Familienbesitz.
- 1998 – 2001 Abriss der völlig verrotteten Nebengebäude.
Die
Zwillingswindmühlen stehen erstmals seit ihrer Erbauung frei auf dem
Mühlenberg.
- 2001
Aufwändige Sicherungsarbeiten besonders an dem seit der
Stilllegung 1949 völlig vernachlässigten Erdholländer. Auch das Grundstück wird
begehbar. Allein der Bereich um den Mühlen
wird mit über 350 t Mutterboden zumeist per Hand eingeebnet.
- Seit 2002 Sanierung des großen Galerieholländers.
Nur
eine aufwändige Sanierung am Balkenwerk, Mauerwerk und Fundament
sichert den Fortbestand der Mühle. Seit
Jahren dient deshalb jegliche freie Zeit, Mühen und
Mittel diesem
Ziel. Dabei ist der Aufwand doch noch größer als - ohnehin schon - eingeplant,
da viele Schäden erst während der Sanierung entdeckt werden.
Leider bisher keine Förderung. Trotzdem geht es weiter, und
schon heute...
Die
Zwillingswindmühlen Neu Vorwerk sind wieder ein Wahrzeichen
des Landes.
- 2004
Start der Website im Internet. Neben den Zwillingswindmühlen
werden hier einzigartig sämtliche erhaltenen Wind-, Wasser-
und Motormühlen des Landes vorgestellt. Schönster Lohn, konnten
dadurch einige Mühlen erhalten werden. Weitere Seiten mit den
sehenswertesten Mühlen, Mühlen in Not, der Datenbank der historischen
Mühlen und der Entdeckertour zu den weiteren Sehenswürdigkeiten
in Mecklenburg - Vorpommern kamen seitdem hinzu.
Das
Ziel
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- Mein Traum: Mühle in Betrieb!!!
Ein seltenes Schauspiel in MV sollt ihr
ihr hier erleben - Drehende Flügel einer Windmühle. Dabei
soll die umweltfreundlichen Naturkraft des Windes zur Stromproduktion
genutzt werden. Aber auch die historische Mehlherstellung soll
in dem funktionstüchtigen technischem Denkmal gezeigt werden
können.
- Freue mich über jede Unterstützung.
Hinweis:
- Großes
Interesse an weiteren Infos zur Geschichte, Unterlagen und
historische Fotos der Zwillingswindmühlen. Besonders mit
Flügelanlage, auch zu alten
Getreidesäcken mit dem historischen Logo der „Büngerschen Mühlen“.
Und wer
schon jetzt eine arbeitende Windmühle anschauen möchte,
brauch nur ein kleines Stück
weiterfahren. In Altkalen steht die funktionstüchtige Schwestermühle. Auch vom
Rostocker Mühlenbaubetrieb Hofwolt errichtet, hat sie eine verblüffende
Ähnlichkeit bis ins Detail. Ankieken.
Glück zu
Ingo Arlt
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